Yashica FX-3 Super 2000 – viel Plastik aber Fantastik!

Sie ist klein und leicht und verhältnismäßig jung. Die Yashica FX3 Super 2000 ist ein interessantes Nischenprodukt, welches ich all denen ans Herz lege, die wirklich manuell fotografieren (lernen) möchten und denen die Pentax K1000 zu groß und zu schwer ist.

Die Yashica F-X3 Super 2000 ist die dritte und letzte Version der FX-3 (1979) und sie ist auch die letzte Film-Kamera der Marke Yashica. Sie kam 1986 auf den Markt und wurde bis 2002 produziert. Also in einer Zeit, in der vergleichbare SLR’s wenigstens mit einer Halbautomatik bzw. Vollautomatik und Autofokus ausgestattet wurden. Doch Kyocera (der Hersteller) hielt am alten, komplett manuellen Konzept fest, war also davon überzeugt, dass es genug Amateurfotografen gab, die wußten, wie man eine Kamera richtig bedient – bravo 👏.

Fotos der Yashica FX-3 

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Steckbrief

Bauart:
Spiegelreflex Kamera für 35 mm Filme
Baujahr: 
1986 – 2002
Objektiv:
C/Y (Contax/Yashica)
ASA/ISO:
25 – 3200
Verschluss:
Metall-Lamellen, 1 – 1/2000 Sek., Bulb
Belichtungsmesser:
Mittenbetonte TTL Messung
Fokussierung:
Manuel, Mikroprismenring mit Schnittbildindikator
SucherBildfeld 92%, Anzeigen: rot/grüne LED Anzeige für Belichtungseinstellungen
Modi:
Manuell
Maße Gehäuse:
135 x 84,5 x 50 mm, 455 g (Gehäuse)
Batterie:
2 x SR44/LR44
Extras:
Selbstauslöser

Design, Ausstattung und Funktionen – weniger ist mehr

Die Yashica ist ein typisches Kind ihrer Zeit – Kunststoff ist der Werkstoff der Stunde beim Kamerabau. Das fühlt sich zwar weniger wertig an, bringt aber beim Gewicht natürlich echte Vorteile. Von ihrem äußeren Erscheinungsbild ist die Kamera eher eine klassische Spiegelreflex und nicht so ein 80er Jahre »Monster« wie die Nikon F-301 oder die Minolta 7000 AF.

Die FX-3 hat genau 8 Bedienelemente am Body – simpler geht’s fast nicht. Und trotzdem ist sie eine absolut vollwertige Spiegelreflexkamera, mit der du die volle Kontrolle bei deinen Einstellungen behältst.

Die Verschlusszeiten lassen sich von B über 1 Sekunde bis 1/2000 Sekunde wählen – daher übringens auch die 2000 im Namen. Die ISO Einstellung geht von 25 bis 3200 – damit lässt sich die Kamera wirklich in jeder Lichtsituation nutzen.

Der Sucher der FX-3 Super 2000 ist groß, hell und ultra übersichtlich. Drei LED-Lichter geben am rechten Rand Auskunft über die Belichtungssituation: Das rote + steht für Überbelichtung, das rote – für Unterbelichtung und der grüne Punkt für korrekte Belichtung. Den Belichtungsmesser aktivierst du, indem du, wie so oft, den Auslöser halb runterdrückst.

Überbelichtungswarnung

Korrekt belichtet

Unterbelichtungswarnung

Beim Fokussieren unterstützt dich die Yashica durch einen Mikroprismenring mit integriertem Schnittbildindikator. Falls du mal blitzen musst, was natürlich über den Hot Shoe möglich ist, wird dir die Blitzbereitschaft im Sucher angezeigt.

Das verbaute Y/C-Bajonett, lässt dich Yashica und Zeiss Objektive nutzen.

Der Verschluss der Kamera ist mechanisch, das heißt, die Batterien benötigt sie nur für den Belichtungsmesser. Du kannst also auch ohne Batterien mit ihr fotografieren, wenn du die »Sunnny 16 Regel« drauf hast oder einen externen Belichtungsmesser zur Hand.

Die Handhabung oder allzeit bereit​

Die FX-3 ist sofort »schussbereit« – du nimmst sie in die Hand, machst den Objektivdeckel ab und schon kann es losgehen. Kein Einschalten, kein Modus-Wahlrad, einfach Zeit und Blende vorwählen, durch den Sucher gucken, Motiv fokussieren, Belichtungsmesser aktivieren, Belichtung mit Hilfe der LED-Anzeige korrigieren und abdrücken. Super simpel und super effizient.

Falls du weitere Infos zu Blende und Zeit willst, lies hier weiter Bildbelichtung im Griff.

Die FX-3 Super 2000 ist eine zierliche SLR, liegt aber, auch dank des kleinen Griffwulstes an der rechten Vorderseite, gut in der Hand.

Zwei wunderbare manuelle Lernkameras, allerdings bringt die Pentax K1000 gut 200g mehr auf die Wage.

Videos zur Yashica FX-3 Super 2000

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Problemzonen

Es gibt Bauteile bei denen es keine gute Idee ist, sie aus Plastik zu fertigen. Bei der Yashica ist es der Batteriefachdeckel. Bei diesem, aus weichem Kunstoff bestehenden Deckel, besteht die Gefahr, dass der Drehschlitz aufgerieben wird und man dann den Deckel fast nicht mehr bewegen kann. Also beim Kauf immer auch den Zustand des Deckels überprüfen.

Aufgeriebener Deckel

Intakter Deckel

Die Tatsache, dass im Sucher keinerlei Infos zu Blende und Zeit eingespiegelt werden, könnte ebenfalls als Nachteil empfunden werden. Obwohl man natürlich gut mit der LED-Anzeige arbeiten kann. Aber du siehst halt nicht, wenn du die Blende oder Zeit veränderst und die Kamera nicht vom Auge nehmen willst, was du da gerade einstellst.

Eine positive Nachricht zum Schluss: Aufgrund des »jugendlichen Alters« der FX-3 Super 2000, sollten die Lichtdichtungen und der Spiegeldämpfer noch intakt sein 💪🏻.

Fazit

Die Yashica FX-3 Super 2000 ist, insbesondere in der scharzen Version, ein kleine unauffällge SLR mit der man schnell und diskret fotografieren (lernen) kann. Ein großer Vorteil ist, dass sie mechanisch funktioniert und keine anfällige Elektronik besitzt. Ein weiterer Vorteil ist ihre Geschwindigkeit, 1/2000 bekommt man normalerweise nur bei Kameras aus dem profi bzw. semiproffesionellen Bereich.

Den größten Vorteil sehe ich aber darin, dass du die FX-3 auch mit den top Objektiven von Zeiss bestücken kannst. Die Kamera kann also mit deinen Ansprüchen wachsen und das ist doch eine super Grundlage für den Beginn einer wunderbaren Freundschaft.